Ökologie und Technik im Zusammenspiel:
So funktioniert ein Naturbad.

Ein Naturbad ist ein Freibad, in dem die Wasseraufbereitung ökologisch erfolgt. Nicht wie in herkömmlichen Freibädern mit chemischen Zusätzen, sondern – in Anlehnung an die Selbstreinigungskraft natürlicher Gewässer – durch biologisch-mechanische und damit ökologische Prozesse.

Ein Naturbad ist aber nicht einfach ein "normales" Gewässer wie ein See oder ein Fluss. Denn im Hintergrund sorgt modernste Technik in einer speziellen Wasseraufbereitungsanlage für eine gleichbleibend hohe Wasserqualität, klares Wasser und eine Sichttiefe von mindestens zwei Metern. Die Reinheit des Wassers muss die strengen Qualitätsansprüche des Bundesamtes für Gesundheit erfüllen.

Naturerlebnisbad Murg am Hochrhein (D)

Schwimmen und Aufbereiten in einem Zug:
Die zwei Nutzungsbereiche.

Ein Naturschwimmbad ist in zwei Nutzungsbereiche gegliedert: einen Nutzungsbereich fürs Baden sowie einen Bereich für Wasseraufbereitung bzw. -regeneration.

1. Der Badebereich

Der Badebereich wird zum Schwimmen, Planschen und Tauchen benutzt. Selbstverständlich lässt sich dieser in Schwimmer- und Nichtschwimmerzonen aufteilen. Ebenso kann ein Naturbad Trainingsbahnen, Sprunganlagen, Wasserrutschbahnen und vieles mehr beinhalten. Und selbst der Gestaltung eines Erlebnisteils mit Kiesstrand, Spielbach oder Kleinkinderplanschbecken steht nichts im Weg.
Die „trockenen“ Bereiche wie Spiel- und Liegewiesen, Kinderspielplatz oder Café unterscheiden sich genauso wenig von einem herkömmlichen Freibad. Die Badegäste erreichen den Badebereich – wie in anderen Freibädern auch – über Beckenzugänge oder über Holzstege und gekieste Flachufer.
Das gesamte Bad ist dabei so abgedichtet, dass keinerlei Verbindung zum Grundwasser besteht. Kurz: In einem Naturbad schwimmt, planscht, taucht, sonnt und entspannt man wie in herkömmlichen Bädern, nur das Wasser wird auf ökologische Weise aufbereitet.

2. Der Regenerationsbereich

Der Regenerationsbereich dient der Wasseraufbereitung. In diesem Bereich findet die Klärung und Reinigung des Badewassers statt. Dies geschieht, indem „abgebadetes“ Wasser durch einen mit Wasserpflanzen bepflanzten Bodenkörper geleitet wird. Dabei werden Keime durch Mikroorganismen eliminiert und die Pflanzen nehmen die Nährstoffe im Wasser für ihr Wachstum auf.

Schwimmbereich mit angrenzender Regenerationszoneexterner Filter
Nebst der Funktionalität bietet dieser Bereich mit seinen blühenden Seerosen, Schwertlilien und anderen Pflanzen einen farbenfrohen, ästhetischen Anblick. Er darf aber aus funktionalen Gründen nicht betreten werden.
Zusätzlich sorgen, wie in gechlorten Bädern auch, an Pumpen angeschlossene Skimmer dafür, dass Schwebestoffe (Pollen, Haare, Fette usw.) von der Wasseroberfläche abgesogen werden. Je nach Naturbadsystem – so auch im für Riehen geplanten System – wird die Reinigungsleistung durch zusätzliche, externe Filteranlagen gesteigert. Die Kombination von Gefälle und Pumpen schafft einen geschlossenen, natürlichen Kreislauf, der für hygienisches und klares Badewasser sorgt und erst noch mit Flora und Fauna korrespondiert.

Körper und Seele in Harmonie:
Erholung für Haut und Augen.

Da Naturbäder ohne Chlor oder andere chemische Zusätze auskommen, ist das Badewasser in Naturbädern besonders angenehm im Geruch und reizt weder Binde- noch Schleimhäute. Empfindliche Personen oder Allergiker können deshalb den Badebesuch ohne Bedenken geniessen.
Das Wasser fühlt sich ausserdem auf der Haut weicher und damit wesentlich angenehmer an. Zudem wärmt sich das Badewasser in einem Naturbad aufgrund der grösseren Wasseroberfläche und der speziellen Flachwasserzonen schneller auf.

Ökologie und Ökonomie im Gleichgewicht:
Erfahrung mit anderen Naturbädern.

Erste öffentliche Naturbadanlagen wurden in Biberstein, Breitenbach, Greifensee und Winterthur realisiert, weitere sind im Bau (Schlieren) oder in Planung (Kriens). In Deutschland und Österreich werden kommunale Naturbäder bereits seit Mitte der 90er-Jahre in grosser Zahl realisiert (private Anlagen seit den 80er-Jahren).
Allein in Deutschland gibt es heute über 100 kommunale Naturbäder. Nebst den oben aufgeführten Aspekten werden als Gründe, die für ein Naturbad sprechen, die im Vergleich zu konventionellen Bädern kostengünstigere Erstellung sowie die Positionierung in einer Marktnische genannt.

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